Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Öffentliche Konfirmation an der Lehr- und Erziehungs-Anstalt des Dr. Weil in Frankfurt am Main
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 11)
- Language
- German
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Euch beglücken , und,Ihr Euch würdig ausbilden, als Kinder Gottes, als Menschen und als Bürger im irdischen Staate, als Mosaiken und als Europäer, als Israeliten und als Deutsche. Was jeder von Euch auszusprechen bereit ist, das gilt für Beide, ja für alle unsere hier versammelte Zöglinge. Wir haben erkannt, daß Tugend und Religion, obgleich dem Wesen nach nur Eins, doch menschlich erfaßt in Theile zerfallen, wie der Eine Strahl des Achtes sich dem sterblichen Auge in sieben Farben bricht. So beginne denn die heutige feierliche Handlung mit dieser Eintheilung. Erklärung der Konfirmanden, Der Mensch ist zur Selbstständigkeit, zum Leben, in der Gesellschaft, zur Verherrlichung seines Schöpfers geschaffen. Er hat also Pflichten gegen sich selbst, gegen seine Nebenmenschen und gegen seinen Schöpfer, das heißt : er soll -Gott lieben in sich, der in seines Schöpfers Ebenbilde geschaffen, in seinen Mitmenschen, welche Kinder desselben Gottes sind und von demselben . Stammvater abstammen, wie er; in Gott selbst endlich ,. welchem er alles verdankt, was er. ist und hat. Die Pflichten gegen uns und unsere Mitmenschen enthält die Sittenlehre, die gegen Gott die Religion; beide aber sind innig mit einander verbunden und nur der hat seine Pflicht als Mensch und Bürger im Reiche Gottes, als Israelit erfüllt , der ihren Vorschriften in vollem Maaße nachgekommen, So heißt es irr den Psalmen Davids, des göttlichen Mannes: . (15, Ps.) Wer darf, o Herr, in deinem Zelte wohnen; wer auf deinem heiligen Berge ruhen? Der redlich wandelt; Recht ausübt; von Herzen Wahrheit redet; 'mit seiner Zunge nie verleumdet; nie seinem Nächsten Böses thut; nie feine» Nebenmenschen schmäht; Verächtliche nicht, achtet; die