Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einweihung des neuen Israelitischen Bethauses zu Wien
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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294 schon dadurch an Feierlichkeit viel gewinnt, daß sie nicht inehr wie bisher in den Wohnungen, sondern ohne׳Unterschied des Standes, in der Synagoge verrichtet wird. Kommt hierzu noch die sanfte Gewalt einer rührenden Vocal-Musik, welche aus einige der zu verrichtenden Gebete gesetzt ist, so wird es begreiflich, daß die rituellen Fragen, welche den Brautleuten in der ׳Landessprache zur Bejahung vorgetragen werden, und worin das Wichtigste ans Herz gelegt ist, auch bei dem Unempfindlichsten sich Eingang verschaffen müssen.. In der deutschen Anrede, welche der Einsegnende dem. Brautpaare hält, wird alles berührt, was von demselben im Allgemeinen, wie von der Braut und dem Bräutigam insbesondere zu beherzigen ist, nicht ohne die nöthige Rücksicht aus die persönlichen Verhältnisse. Gewiß, wer nur einigermaßen mit dem menschli-׳ chen Herzen vertraut ist, weiß auch, wie sehr es auf Zeit, Ort und Anlaß ankommt, um religiöse Wahrheiten dauernd in dasselbe einzuprägen! — Die. Neujahrsfeier hat hier wohl niemals so sehr alle Herzen ergriffen, als dieses Mal. Der schon früher so rühmlich erwähnte Kapellmeister Drechsler hat jene vorzüglichsten Gebete, bei welchen man eine Weränderung des bisherigen Vortrags nöthig befunden hatte, auf eine Art in Musik gesetzt, die sein Talent für diese Compositions-Gattung aufs neue beurkundet. Inder Anlage erhalten Sie die Ordnung der Gebete am ersten Neujahrstage, von welcher sich die des zweiten wenig