Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einweihung des neuen Israelitischen Bethauses zu Wien
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 2)
- Language
- German
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bringen sind, oder auch mit ׳ den zeitgemäßen Bedürft niffcn durchaus nichts gemein haben; und eben dieses' reine Gefühl wird durch alles, was jedem Gebildeten Verletzung der höchsten Ehrfurcht gegen Gott in der Art der Verehrung dünkt, empört. Der Verstand will in dem wichtigen Akt der Erhebung zu Gott auch keine müßige Rolle spielen, denn er ist zu sehr mit der Dernunft, dem Vermögen, Ideen zu vernehmen, verbrüdert. Nothwendig muß er aber, durch unverstandene Gebete eben so beleidigt werden, wie durch Unverständige. Das ästhetische Gefühl ist nun auch zu innig mit dem religiösen verwebt, als daß die Störung des einen nicht die des andern herbeiführen sollte; es ist der Hüter zum Allerheiligsten im menschlichen Herzen, und wer diesem Hüter unfreundlich begegnet, wird dort den Zutritt nicht erlangen. 1 Soll endlich der Geist sich frei erheben können und nicht gebieterisch zur Erde herabgczogen werden, so muß er so viel als möglich jeder störenden Einwirkung der Sinnlichkeit überhoben sein, d. h. nicht schmerzhaft durch dieselbe afsicirt werden; denn im harmonischen Einklänge seiner sämmtlichen Facultäten ist doch der Mensch wert würdiger und fähiger, sich zu seinem Schöpfer zu erheben, als im Mißklange derselben und als in einem deprimirten Zustande. Diesem gemäß muß es mich seht freuen, Sie von dem glücklichen Fortgange unseres verbesserten Kultus benachrichtigen zu können. Die Achtung, welche derselbe auch den christlichen Einwohnern aller Klaffen einflößt,' ist für dessen Anhänger ein besserer Hebel der öffentlichen , . 21*