Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- München
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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־״“ 214 ihm die Toraträger naheten; er empffng sie sodann aus ihren Händen, ulld verschloß sie in den Hechal. Diese feierliche Verrichtung begleitete ein prachtvoller Chorgesang mit vorzüglicher Instrumentalbegleitung von Herrn Stunz, K. B. Kapellmeister. Hierauf hielt der Rabbiner eine fünfzig Minuten lange deutsche Rede, nach deren Schluffe die Königlichen Majestäten mit dem zahlreichen Gefolge des hohen Adels, in Begleitung des Rab» biners, der beiden Administratoren undches Ausschusses, die Synagoge verließen und mit beseligenden Aeußerungen allerhöchster Huld und Gnade von den Vorständen der Israelitischen Gemeinde schieden. Nun folgte eine große, von Friedrich Bruckbrau im Geiste der Psalmen gedichtete Hymne, welche von der genialen Tonsetzung des Herrn Baron von Poißl ein dauerndes ehrenvolles Zeugniß geben wird, mit auserlejener Präcision von dem Königlichen Hof» Orchester ausgeführt. Die Herren Löhle, M i t t e r m a y r, S t a udacher und Bayer, Königl. Hofsänger, waren dabei beschäftigt und entzückten durch einen seelenvollen Vortrag. Nach dem Schluffe dieses imposanten Hochgesanges, welcher unter andern Prachtstellen zwei fugirte Chöre von außerordentlicher Wirkung enthält, wurde von dem Vorsänger und der Gemeinde der 72ste Psalm gesungen; nachher öffnete der Synagogendiener die heilige Lade, nahm die Tora heraus und überreichte sie dem Rabbiner; dieser bestieg mit den Administratoren die Biemah wieder, und verrichtete in hebräischer Sprache das Gebet Hannothen Leschua, ein herrliches Gebet um Segen für den König und das ganze Königliche Haus.