Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Bestimmung der öffentlichen Schule
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 5)
- Language
- German
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*54 hier in's Auge fassen, derjenen Eltern beständig vorschwebt und ihnen zur-Norm -des Beurtheilcns und Vcrsahrens dient: die Beförderung des zeitlichen Glückes, die Gründung eines Erwerbzweiges und Standes in der bürgerlichen Gesellschaft. Aber wer, ihr Eltern, bürgt euch dafür, daß ihr durch frühzeitiges, Hineinstoßen in's Weruslebcn das Glück eures Kindes befördert? Kann die Zukunft sich nicht so gestalten, können sich die Umstände nicht dergestalt fügen, daß gerade dieses voreilige Borwartstreiben die Ursache oder die Veranlassung seines Verderbens wird? Denn fürwahr, die Natur ist macht!'- ger, als der Mensch, und sie behauptet ihre Rechte trotz aller menschlichen Weisheit und Veranstaltungen. Den Knaben zurichtcn und ihm gewisse Fertigkeiten anüben, seinen Verstand nach einer gewissen Richtung schneller entwickeln, seine Thatigkeit durch Erregung der Begierden und Leidenschaften anspornen, das steht in unserer Gewalt;. aber nimmermehr wird es uns gelingen, die N e i f e d e r V e r n u n f t, die uns die Trugschlüsse des unerfahrnen Verstandes entdecken, die tauschende und irreleitende Phantasie beherrschen, und die stets aus dem Gleise schweifende Leidenschaft zügeln lehrt, in gleichem Maaße zu beschleunigend Welchen Gefahren setzt ihr nun den, kaum in das Jünglingsalter tretenden Knaben aus, wenn ihr ihn, ehe jene Führerin sich eingefunden, schon für mündig erkläret, auf dem kli'ppenvollen Meere des Lebens seiner eignen Leitung überlasset und selbstständig machet? Denn diese, gleichsam stillschweigende Majoritätserklärung wird die nothwendige Folge der frühzeitigen Beendigung der Bildungsperiode und Zulassung zur