Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Bemerkungen über Sprache und Sprachunterricht, als Beförderungsmittel der allgemeinen Bildung
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 21)
- Language
- German
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ter zu liefern, die nichts wünschen, als daß ihnen ein Plätzchen in ihrem Vaterlands gegönnt-werde, auf dem sie ruhig und zufrieden von dem Ertrage i hres Fleißes leben können. Aber läßr sich vorhersehn, wo und unter welchen Umständen sie auch diesen bescheis denen Lebensplan ausführen können? von welchen Kennt- Nissen sie dabei am meisten Gebrauch machen werden? Können sie gewaffnct genug erscheinen gegen die Borurtheile und Forderungen der Welt? Kann man ihnen für diese beschwerliche und unbestimmte Wanderung Lehren und Regeln genug mitgeben? Soll man endlich, weil sie arm sind, ihre Seelen nicht zu den Ideen des Guten, Schönen und Wahren emporziehcn? — Nein, es ist Sünde gegen die Menschheit, ihr, aus vornehmer Aengstlichkeit, noch engere Grenzen stecken zu wollen, als sich durch hundert Hemmungen und Armseligkeiten des äußern Lebens in der Schule und in der Welt von selbst ergeben. Auch ist es eine Täuschung, daß man die Menschen durch künstliche Dummheit und nicht vielmehr durch die umfassendste und gründlichste Belehrung vor Anmaaßung und Unzufriedenheit wahren will; eine Täuschung, wenn, man glaubt, daß sie sich anders, als dadurch, daß man sie bis an den Markstein der Wissenschaft führt und in ihr Gebiet schauen läßt, überzeugen, daß sie außerhalb desselben stehen; die zirkulirende Makulatur ist allein hinreichend, gerade den Unwissendsten mit dem größten Dünkel und der seichtesten Vielwisserei zu blähen; eine Täuschung endlich ist es, wenn man den Armen an- Lers bei seinem Loose zufrieden, genügsam und friedfertig zu erhalten strebt, als wenn man ihn früh das ganze