Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Parabeln
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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73 Scheit - und Schmäh - Worten überhäufte s als Salomo sein Gebet beendigt hatte, und mit gebieterischer Stimme dem Sabud zurief: ״Halt ein! berühre den Mann nicht, thue ihm nicht das Geringste, und laß ihn ruhig Gebet und Opfer vollenden; denn hier gilt kein Ansehen der Person, nur ein reines Herz verlangt Gott von denen,' die in seinem Tempel beten, und mancher Knecht ist ihm wohlgefälliger hier, denn sein Herr; wer weiß, wohnt in dieses Mannes Brust nicht mehr Frömmigkeit, als in der meinigen, in ihm, dessen größter Umgang auf fromme Kaublein beschrankt ist, da ich von den Menschen und ihren Leidenschaften umgeben bin!" Also sprach der König, indem er Sabud einen derweisenden Blick zuwarf, Achieser das Opfer vollenden ließ, und dann erst hinauftrat, und sein Opfer darbrachte. Als nun, nach vollendetem Opfer, der König wieder aus hem Tempel in den Pallast zog, rief das entzückte Volk, welches Zeuge von des Königs Frömmigfeit war: ״Heil Salomo, dem weisesten der Könige-, dessen Demuth seiner Weisheit gleicht." Sabud aber durfte drei Monate lang das Antlitz des Königes nicht schauen, und wurde erst alsdann wieder vor Salomo berufen, als er unverkennbare Beweise seiner Reue an den Tag gelegt. vr. G ü n s b u r g.