Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 7 (1825-1833)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der letzte Wunsch
- Date
- 1825-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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III. Der letzte Wuw s ch. Eine Erzählung. blumenreichen Rande eines Hellen BacheS lag einsam ein Jüngling. Mit seinen braunen Locken spielte der tandelnde Zephyr, das blaffe Antlitz aber, auf welchem irgend rin Etwas den frischen Nosenschmuck der Zugend verwischt haben mußte, hatte nur die scheidende Abendsonne mit der Farbe des Lebens geschmückt, die mit ihren letztcn flimmernden Strahlen des Baches Gebüsche durchdrang, gleichsam als wollte sie mit freundlichem Eroks dem Einsamtrauernden zurufen: ״Beruhige dich, Lieber! Morgen kehre ich ja mit frischerm Glanze zurück." — Der jedoch in seinem tiefen Trübsinn versunkene Züngling verstand nicht den Milden Abschiedgruß, ja er fühlte die zitternde Thräne kaum, die langsam über die Wange hinabrollte, vom Abendschimmer zur Goldperle verwandelt. Sein E>hr vernahm nicht die Gesänge, die es in tausenderlei Weisen umtönten, und die plätschernden Silberwellen des Baches hüpften lautlos an dem Träumer vorüber. Hätten nicht oft wiederkehrende Seufzer dir Brust gehoben oderchie Hippen in unwillkührliche Bewegung gesetzt, unverständliche Worte bildend: traun, lieber Wanderer! du hättest leicht die schöne, kräftige Zünglingsgestalt zu dei-