Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Tag der Versöhnung
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 353 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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353 IX. Der Tag der Versöhnung *). ħas erfüllet mich mit Schauer, Was durchbebet mir die Brust? Ist es Ahnung wohl der grauer, Jst's Gefühl von Wenn' und Lust? Nein, ein seliges Entzücken, Das nicht irdischen Geschicken, Jenem droben zugehört, Das den großen Lag verkündet. Wo der Sünder Gnade findet, Wenn zurück er reuig kehrt! — *) Dieses Gedicht eines fünfzehnjährigen Jünglings, Namens Abraham Heinrich Frankel, in Deßau, welcher wegen seines Talents und Fleißes überhaupt zu den schönsten Erwartungen, i» Ansehung seines Studiums, berechtigt, wird unfern Lesern gewiß nicht unwillkommen sein. Es bezieht sich auf den alljährlichen Versöhnungstag der Israeliten, welcher im 3. Buche Mosis (23.26 — 32.) festgesetzt ist und von welchem cs daselbst (16, 20.) ferner heißt: ״an diesem Tage versöhnt man auf euch, um euch zu reinigen; von allen cuern Sünden vor dem Ewigen sollt ihr rein werden." Da nun der Talmud dieftnVers wie folgt erklärt.: ״Nur für Sünden gegen den Ewigen allein,, hilft der Versöhnungstag; nicht aber für solche, wodurch man sich gegen den Neben- Menschen vergangen, so lange man diesen nicht erst um Verzeihung gebeten, und befriedigt hat," so hat der Verfasser diese Erklärung im obigen Gedichte besonders benutzt, D, H. Vl. Zahrg, 2. Band. 2Z