Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Feier des fünf und zwanzigsten Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät des Königs von Baiern
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 351 (sequence 8)
- Language
- German
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35 l die Juden zum Feldbau nicht nur nicht aufgemuntert, sondern vielmehr von demselben entfernt wurden,-- und als sie endlich in den altern, so wie in den neu entstehenden Städten, von den Gewerben sich ausgeschlossen sahen, — erst dann fanden sie sich, um ihr Dasein zu fristen, genöthigt, sich gänzlich dem in den damals rohen Zeiten verachteten Handel zu ergeben. Und — wer hätte überhaupt auch nur eine oberflächliche Kunde der Geschichte des sogenannten Mittelalters und nicht zugleich die Ueberzeugung, daß, die Schattenseite im Charakter dieses Volkes, sich aus den traurigen Schicksalen seiner Väter in jener Periode, erklären lasse, und daß letztere mehr als Menschen hätten sein müssen, wenn sie unter solchen Umständen, andere Ansichten, andere Gesinnungen fassen und ihren Nachkommen hätten vererben können. — Es war und ist also der Handel, mit dem seit so vielen Jahrhunderten die meisten Juden sich befaßten, nicht eine Folge einer besonder» Vorliebe für diesen Stand, oder einer von jeher ihnen eigenthümlichen Ab- Neigung gegen andere Beschäftigungen, sondern — eine Folge der Verhältnisse und der ihnen allenthalben entgegen gewesenen Verfügungen. — Aber, — der Geist der Zeit hat, durch Gottes Gnade, sich geändert; in den meisten Ländern Europa's , läßt man sie mehr oder weniger an den Bürgerrechten Eheil nehmen, und allgemein ist der Wunsch laut geworden, daß insbesondere jener Kheil von ihnen, der sich mit dem unwürdigen Schacherhandel beschäftigt, denselben nach