Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Predigt
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 325 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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fordert, hat er dir, dem Menschen kund gethaü (Micha6,8.) das Geschlechtsregister des Menschen ist euch vorgehalten, Beglückte und Reiche! Wer zu euch kommt und an euch sich wendet — als Mensch kommt er zu dem Menschen. — So lasset ihn denn auch den Menschen in euch finden! nicht den stolzen Reichen, nicht den übermüthigen Glücklichen — nein, den Menschen, in euren Mienen und Worten und Gaben den Menschen, der zwar mehr hat, doch nicht mehr ist, nicht mehr sein will, sein kann. — Dieß ist das Geschlechtsregister des Menschen! Dieß muß der Mittelpunkt aller eurer wohlwollenden Bestrebungen sein, und ihr werdet es fühlen, wie dem Menschen das Wohlthun zur Lust gereicht. (Sprüche Salom.) Und wer den Andern beleidigt, gekränkt, und etwas abzubitten und etwas zu vergeben hat — das Geschlechtsregister des Menschen ist euch vorgehalten! Es ist aber von Schuld und Fehl keiner frei und keiner bleibt, der Mensch sich nennt. Wir eilen gar raschen Laufes über unfern Planeten und von dannen — warum sollen wir uns nun nicht einer an des Andern Herz werfen und rufen: Du bist ein Mensch wie ich -- du fühlst wie ich — du leidest wie ich — du sündigest wie ich — du vergehest eben so schnell wie ich — wir können uns lieben, — warum wollen wir uns Haffen — sind wir dazu Menschen worden? — Glaubt ihr nun nicht, m. F., daß sich aus dem Geschlechtsregister etwas lernen laßt, und daß der Name Mensch der ehrenvollste.— der einzig wahre Name ist, den wir hicnieden führen können und sollen? — Ich denke, rS müßte weit schöner auf unserer Erde aussehen, wenn