Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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ךך%׳ Das Aeußere des Tempels, der Anstand der Ceremonien, die Ordnung und Andacht der versammelten Gemeinde, die liturgischen Bücher und Gesänge, selbst der musikatische Theil des'Gottesdienstes, lassen wenig zu wünschen übrig; und der jcwenige Besuch des Tempels von Seiten der Christen würde nicht nur dazu dienen, sie in . die Dorzeit ihres eigenen, ihnen heiligen Glaubens zu versetzen, sondern auch das Wesen des Iudenthums in einem, neuen ׳Lichte betrachten zu lassen. — Einen besondern Vorzug aber gewann der Gottesdienst in cher .gegenwärtigen Messe durch die Predigten des Hm. Baruch Auerbach, den die Vorsteher für , diesen.Zweck eigends von Berlin anherberufen hatten, und .Lessen Vortrage auch von mehrern angesehenen christlichen Mitbürgern unserer Stadt wiederholentlich besucht worden. Abgesehen von dem Zwecke des jüdischen Gottesdienstcs, mußte dieser junge, durch seine Schicksale und Studien höchst interessante Gelehrte, schon durch eine ungemeine Gabe der Beredsamkeit anziehen. Ms in sein .zwanzigstes Zahr in einer polnischen Landstadt ausschlie- ׳ stend für den Rabbinismus und die Kabala erzogen, hat er sich der deutschen Sprache, von der er vor sieben s?) Zähren noch keine Vorstellung hatte, mit so bewunderungswürdiger Geschicklichkeit bemächtigt, daß ihm jeder starke und sanfte Ausdruck derselben zu Gebote steht, und daß ihm in vier Predigten kaum zwei - oder dreimal ein Laut entschlüpft ist, der an seine nationelle Abkunft erinnerte, oster der,zweifelhaft machen konnte, ob er nicht von Jugend auf nach den besten Mustern für die deutsche Kanzel erzogen wäre. Noch lobenswürdiger aber ist der