Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gesetzgebung
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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m senden ihrer Mitmenschen zu bestimmen, vielleicht daS Wohl derselben für Zeit und Ewigkeit. Nach diesen Bemerkungen wolle er nun Alles, waS gegen die Juden gesagt werden könne, zwar für sich nicht als wahr annehmen, aber als wahr voraussetzen. Er wolle setzen, daß sie — von den Ausnahmen hinweg gesehen — in der Masse verdorben wären und verderblich für ihre Mitmenschen u. s. w. Aber er frage: wodurch die Juden so schlecht geworden, als sie sein sollen oder wären? Vom Mutterleibe komme das Judenkind wie daS Chris stenkind nackt und unschuldig. Es sei gotteslästerlich, dem Judenkind eine angeborne Schlechtigkeit zuzuschreiben. I» der Natur des jüdischen Menschen könne mithin der Grund jener Schlechtigkeit nicht liegen. Er müsse also liegen in ihren gesellschaftlichen Verhältnissen, und zwar entweder in ihren gesellschaftlichen Verhältnissen untereinander, oder in ihren Verhältnissen zu den Christen. Sehe man auf die Geschichte der Juden, so ergebe sich bald, daß der Grund nicht in ihnen selbst, oder, wir man zu sagen pflege, in dem Volke liege, sondern daß er lediglich liege in den Verhältnissen, in welche sie durch die Christen hineingebracht seien. Unter wunderbaren Umständen waren sie aus einem Stamme zu einem Volk erwachsen. Das Volk sei geworden und habe bestanden unter den schwierigsten Verhältnissen. Unter denselben hätten sich allerdings bei ihr nen Eigenthümlichkeiten entwickelt, in welchen sie andern Völkern sehr schroff entgegenstanden. Aber es habe ׳ sich auch «ine Erhabenheit der Ansichten und Gesinnungen ent»