Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der enthaltsame Schäfer
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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-47! -׳--־—־-־־׳ ׳fein , erwiederte der - Jüngling, und das Haar hindert mich daran/ darum will ich das Gelübde ablegen. Der Priester 'stutzte, und der Jüngling fuhr fort: Von jeher, sagte er, weidete UH-die Heerde meines Vaters. Ich liebte Gott, meine Eltern UUd meine Nebenmenschen, pflegte meine Heerde gut, und befand Mich sehr wohl dabei. Eines Morgens leitete׳ ich meine Heerde zur Quelle, sie zu kranken , mein- Äuge Weidete׳ sich i än der schönen Natur, wahrend meine Heerde an dem Lrünke sich labte. Aber — plötzlich gewahrte ich mein Bild in dem Wasserfpi'egel.׳ Närrchen! flüsterte leise meine Eitelkeit mir' zu, kennst du dich selbst nicht?—Starr blieb mein Blick auf meinem Bilde״ in der Wasserfläche/״ und ״ein Etwas regte sich in meinem Herzen , das ich noch nicht kannte. Voll Bewunderung über meine eigene Schönheit, stand ich, mit meinen Locken׳ spielend, da,, Bald ließ ich sie in ihrer natürlichen Lage über meine Schultern herabwallen, und" bald als 'ein ^'plel des Zephyrs um meinen Nacken flattern. Indessen ׳' schlich sich ein Schäfchen herbei, um aus dem Bache seinen lechzenden Gaumen zu nässen. Es schlürfte ein wenig Wasser, trübte dadurch die Quelle, und mein Bild verschwand. Mit einem schrecklichen Fluche, der noch nie meine Lippen verunreinigte , schlug ich mit meinem - Schäferstabe nach ihm^ und trieb das arme Schäfchen davon. Geduldig, wich es, und blieb darauf bebend''׳iiu^iner.iAielluüg_•,stehen.,.־:Me mir mein Unrecht vorzuwerfen ׳schien. — Nun ermannte sich meine Seele, und donnernd rief sie meiner schönen Hülle zu: Du, Unwürdige! vergiß nicht dein Herkommen, noch we- Niger dein Ende. Wisse, dein bischen Schönheitist ver8