Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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3° stimmen und zusammenwirkcn; daher theilen sie Ansehen Md Autorität, so wie sie die Pflichten und die Bemühung theilen und einen Zweck vor Augen haben. Beklagenswerth ist die Schuljugend, wenn ihr in den bildsamsten Lebensjahren nur ein Aggregat von Kenntnissen in den Kopf eingespeichcrt wird! Da ist der Kopf ohne Herz und das Herz gewöhnlich ohne Kopf; da herrscht anmaßendes Halbwissen, schlaffe Selbstsucht und starre Gemüthlvflgkeit. Aber viel bedauernswerther noch ist die werdende Generation und das kommende Zeitalter, wenn Schule und Haus sich nicht verstehen, wenn sie zwiespaft tig gegen einander wirken und die Jugend verwirren. Da wird das hohe Geschäft der Menschenbildung, sich selbst zerstörend, zu einem gemeinen Parteienstreite herabgewürdigt; für die Zugend, für die Eltern und Schulerzieher verschwinden die Jahre freuden- und fruchtlos; — die Menschheit wird um ihre Hoffnung betrogen, und unsre Jünglinge gleichen dann bei ihrem Eintritt ins öffentliche Leben ausgesctzten Kindern, dem Zufalle preis gegeben. — Wenden wir nun die bisherigen Erörterungen aus die Bekenner der mosaischen Religion besonders an. Unter diesen war der Unterricht seit vielen Iahrhunderten — neben bewußtlos fortgehender Häuslicher Erziehung — durchgehende rabbinisch-scholastisch. Gänzliche Unwiffenschaftlichkeit und theologische Einseitigkeit wurden durch einen mehr als tausendjährigen Druck bei ihnen erzeugt und genährt, uud trugen sehr viel zu ihrer Jsolirung bei. Ihre Schulen, so geistanregend sie in mancher Beziehung auch waren, konnten, besonders seit dem 13. Jahrhundert, als traurige Denkmäler gehemmten Strebens