Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 2)
- Language
- German
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- 27 würfe s liegt wohl allerdings nicht darin, daß vieles in unfern 'Sprachen Vorhandene im Hebräischen fehle, sondern darin, daß es in dieser so eigentümlich gebauten Sprache in einer andern Gestalt vorhanden ist, als bei uns; daher denn der an unsere Formen gewöhnte, wenn er in das Hebräische blickt, das, was er sucht, nicht sogleich entdeckt, und gänzlichen Mangel desselben verrnuthet, wenn er bei der oberflächlichen Betrachtung stehen bleibt. Ein ganz ähnliches Urtheil würde der Hebräer von unseren Sprachen fällen können. Wirft z. B. der Lateiner dem Hebräer vor, daß ihm alle Mit Präpositionen zusammengesetzten Verba, und folglich die hierdurch bezeichnet«» Modificationen der einfachen Verbalbegriffe fehlen (die doch der Hebräer auf andere Weise sehr gut zu bezeichnen weiß), so wird hingegen der Hebräer den Lateiner fragen dürfen, wo denn der Lateiner,die dem Hebräer so unentbehrlichen, die wichtigsten Modificationen der Verbalbegriffe bezeichnenden, Formen Piel, Püal, Hiphil, Hophal, Hithpael (seltenerer Formen nicht zu gedenken) habe? Und der Lateiner wird diesen Mangel schwerlich ,ganz zu läugnen vermögen. Der Verfasser unterscheidet in seiner Untersuchung sehr richtig grammatische und lexikalische Armuth. Die erster«, auf Biegung und Bau der Wörter bezüglich, darf dem Hebräischen am wenigsten vorgeworfen werden. Wenn gleich einiges unseren Sprachen Eigenthümlicbe, wie z. B. die Gradation der Adjective, im Hebräischen minder ausgebildet ist, so besitzt dagegen Letzteres nicht wenige grammatische Formen, die anderen gebildeten Sprachen abgchen, wie z. B. die Unterscheidung des Genus in der Per-