Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Geist in Israelitischen Volksschulen
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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393 hat; warum dasjenige unterdrücken, für immer unterdrucken, was beim Eintritt in das Leben und das ganze Leben hindurch gerade das Nothwcndigste, Unentbehrlichste ist? Die Religion kann nicht von außen in den Menschen hinein gebildet werden, sie liegt schon in ihm und darf nur durch dje Schrift und das lebendige Wort des׳ Lehrcrs zum Bewußtsein ihrer selbst gebracht werden. Aller mechanische Unterricht ist hierbei der verkehrte Weg , der ab vom Ziele statt ihm näher führt. Der Religionsunterricht muß ,vor allen Dingen in den?Israelitischen Volksschulen׳ verbessert werden. Er werde in der Mut-- tersprache ertheilt, damit das Herz etwas fühle;-der Sinn etwas denke, wenn das Ohr aus den Blättern der heil!-- gen Urkunden, in dem Worte des Lehrers den erhabenen Willen der Gottheit vernimmt; er werde ist gedrängter ' Kürze gegeben , aber er umfasse das Wichtigste , das Wesentlichste: Gott, die Bestimmung des Menschen, den Wandel aus Erden und die Hoffnung im Jenseits; die Religion sei keine gesonderte Wissenschaft, sondern sei das Lebenalles Wissens, sei das höchste Wissen; darum werde sie in keinem Augenblicke, in keiner Lehrstunde, an keinem Lage vermißt, so wie sie ja dem Menschen im Leben zu keiner Zeit - fehlen darf. Als Wissen- - schüft bilde sie, in Volksschulen gar nicht, oder in eigenen dazu bestimmten Klassen, einen besondern Lehrgegenstand für diejenigen, die zur Theologie sich bestimmen und ihren Forschungen das ganze Leben zu widmen gewillt sind. Die Wissenschaft nimmt den Kopf in Anspruch; er finde Volle Befriedigung in andern Lehr - und- Vorbereitungsanstalten: das Leben will das Herz, den Menschen; der ■y1. Jahrg. 1. Band. 28