Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Literatur [Rezension]
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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336 den menschlichen Willen fleißig studirt und erkannt haben, damit er auf beide zu wirken verstehen lerne; er muß die geistigen und sittlichen Bedürfnisse seiner Gemeinbekennen, wenn er sie befriedigen will; er muß den Geist der Zeit kennen., in welcher er lebt, damit er ihm, ist es ein böser und verderblicher , klug und umsichtig entgegen arbeiten, ist es . ein guter wohlthuender, ihn pflegen und empfehlen kann.- Zm Gebiete des menschlichen Wissens darf er kein Fremdling bleiben, damit er Lehrbegierige schicklich zu unterrichten wisse und zu reden verstehe, und sich nicht schäme, selbst vor Königen aufzutreten. Und eben so wenig darf dem Lehrer und Führer einer Gemeinde der Geist des Raths und des Muthes fehlen. Rathen soll der Wolkslehrer seinen ihm Anvcrtrauten in gar verschiedenen Lagen des Lebens, rathen, wie sie sich zu benehmen haben in der-Freude, daß sie sich nicht verblenden lassen, wenn sie von der Sonne des Glückes beschienen werden: daß sie ni'cht stolz und übermüthig werden und den vergessen, der ihrer nicht vergißt, und von dem sie sich nicht losreißen, der sie so fest halt. Rathen, wie sie sich zu benehmen haben in der Brauer, und daß.sie sich nicht fürchten, wenn die Nacht des Unglucks hereinbricht, und ein Glücksstern nach dem andern untergeht; daß sie nicht verzagen und kleinmüthig werden und vor dem Herrn weinen, gleich kleinen Kindern, denen der Vater zur rechten Zeit ihr Spielzeug weggenom» men. Rathen soll er den Vätern und Müttern, wenn ein neues Leben ihnen wird in einem ihrer Kinder, wie sie dieß junge Leben dem Herrn weihen und dem Herrn erziehen;