Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über den Religionsunterricht in den Schulen der Israelitischen Gemeinde
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 14)
- Language
- German
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schaumig und Selbstprüfung von der Wahrheit unserer Behauptung zu überzeugen. ׳ Endlich giebt es noch eine kleine Zahl, denen Religion nicht sowohl in Dogmen, Ceremonial - Gesetz und Bekanntschaft mit hebräischen Büchern, als in Beredlung der Gefühle, Erhebung des Geistes über das Gemeine, Beherrschung der Leidenschaften und Stärkung des Willens zur Ausübung jeder menschlichen Tugend besteht. Nach ihrer Meinung ist Religionsunterricht Bildung des Herzens zur Religion, zu je« ner göttlichen Sittenlehre, die durch ihre Wirkung ihren Ursprung verkündet; Bildung zur Dankbarkeit, der die reine Gottesverehrung entquillt, zur Menschenliebe, zur lebendigen Erkenntniß desRechts und Unrechts, zur W a hr h a ftig k e it und Red-!ich?eit, zur Arbeitsamkeit und Genügsamkeit und vor allem zu jener kindlichen Frömmigkeit, die so viele Tugenden emschließt und leider immer seituer wird. Denen, so diese Gesinnung hegen und in ihrem Leben und in der Erziehung ihrer Kinder darlegen, mögen wirgetrost die Bersicherung geben, daß wir, was unser vielseitig beengter Wirkungskreis verstattet aufbieten, um Unsere Schüler und Schülerinnen sittlich zu bilden, zu veredeln und zu bessern; daß wir ein lebendiges Gefühl von dem hohen Werthe jener Tugenden , von der Werachtlichkeit des Schlechten und seiner inncrn Qual, selbst ׳ bei glänzenden Glücksgaben, in ihnen zu erregen suchen. Wir rügen jedes sittliche Vergehen, gönnen den Kindern des Reichen keinen Vorzug vor den weniger