Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Israelitische Freischule zu Hamburg
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ac>4 kleine, schwache Theile sich sammeln, ehe es zum Ganzen sich gestaltet: — so muß der Mensch nicht nur in frühster Jugend schon, Gebrauch von diesem Kapitale machen, so darf er nicht den kleinsten Theil von Kraft vernachläßigen, das geringste Schärflein zur Vermehrung seiner Mittel nicht unbeachtet lassen, sondern muß schon eben so früh an den Ueberblick sich gewöhnen, und den^schwachen Kopf zum Ueberzahlen des ja eben so schwachen Gewinnes üben. — Wie nun die Schule das Leben des Kindes ist, der Schau - und Tummelplatz, worauf er seine Kräfte üben, seine Einsichten bereichern soll, die Welt, die hier sich ihm im Kleinen darstellt, wie der Mann sie einst im! Großen wiedersindet: so ist der jährliche Abschluß in diej■i sein Schulleben dem Kinde gegeben in der Prüfung. Das lernbegierigste Kind muß den Unterricht das ganze b Jahr hindurch als Arbeit im Schweiß seines Angesichts jb betrachten, das Schaffen, das Erwerben, wird auch ihm, wie der größere Erwerb dem Erwachsenen durch die da- ,Nit verbundene Mühe und Sorge sehr erschwert; die Prüfung ist die Zeit der Ruhe, der Erholung; hier kann er des Besitzes sich erfreu», und durch den Besitz, sei er auch noch so geringe , muthig sich zu neuer Arbeit stählen, beherzter schon mit diesem Gute eine neue Reise wagen d um größer» Werth sich zu gewinnen. Aber für den Lehrling nicht allein, auch für den Lehrer ist die Prüfung von der äußersten Wichtigkeit, von dem äugenscheinlichsten Nutzen. Er hat nicht den Vortheil des gewohnlichen Feldbebauers, des Säemannes, der den Keim der Erde Heute anvertraut und in demselben Jahre noch von seiner Hände Werk die Saat genießt; das Pflanz-