Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der ehemalige Einzug des Hohenpriesters in den Tempel zu Jerusalem und die deshalbigen Feierlichkeiten am Abende des Versöhnungstages
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 5)
- Language
- German
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200 ״ Friede sei mit dir, Herr! Hohrrpriester! Möchtest du für uns beten , daß der gütige Schöpfer unS Ge- ׳ sundheit und Stärke verleihe, damit wir unsere Pflicht als Lehrer des Gesetzes erfüllen können. " Sobald nun der Zug an dem Eingänge des Tempels angelangt war, ward ein lautes Gebet für das Wohl, des königlichen Hauses David und des Priesterthums, st> wie auch, für die Erhaltung des Tempels angestimmt. Ein hunderttausendfaches Amen aus dem Wunde der großen Volksmenge ertönte durch die fernhin erschütterte Luft und verscheuchte die geflügelten Bewohner derselben. Der Hohepriester verneigte sich gegen die versammelte Menge, entfernte sich hierauf ehrfurchtsvoll und mit einer Thräne der Rührung im Äuge und begab sich, nnter Begleitung zweier Oberpricstcrin sein Gemach, wo man. ihn heiligen Betrachtungen überließ. So feierlich und würdevoll dieser Einzug gewesen ist, so übcrtraf ihn noch bei weitem die Ehrenbezeugung, welche dem Hohenpriester wiederfuhr , als er am Abend des Wersöhnungstages seinen Rückzug aus dem Tempel begann. Alle Einwohner Jerusalem's waren versammelt und man führte ihn so im Triumph nach seiner Wohnung zurück. Die meisten waren ganz weiß gekleidet und trugen brennende Wachskerzen; alle Fenster der Hauser waren erleuchtet und mit bunten Gewändern geziert. Ein Priester' versicherte mir: Es sei sehr oft der Fall gewesen, daß der Hohepriester nicht eher alS um Mitternacht sein Haus erreichen konnte, so groß war der Drang des Volkes, und die sehnliche Begierde eines