Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Eine Homilie
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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III. E i n e H ö m i l i e *). könntet ihr jetzt in mein Herz schauen, Geliebte! jetzt in diesem Augenblicke— o ihr würdet die Predigt nicht hören — nein., sehen würdet ihr eine Predigt.wie sie selten gehalten wird von Menschenzungen , und wären sie noch so beredt! Ihr würdet sehn, wie ein Herz selig ist in dem Gedanken an Gott, an seine Liebe, an seine Kreue, an seine Barmherzigkeit und Gnade; selig in dem Gedanken/, es habe nun wieder den Vater gesunden, von welchem es so weit entfernt war, und der Vater habe das zurückgekehrte reuige Kind von neuem aufgenommen, von neuem -an sein Herz gedrückt , von neuem geliebt, und fester schmiegt sich das fröhliche Kind an den Busen des Vaters, als fürchte es, es habe ihn doch noch nicht ganz für sich gewonnen, sieht ihn zwar lächelnd, aber unter Lhränen an, der Vater aber׳ ruft ihm zu in den sanftesten Liebestönen: ״Entnommen ist dir die Sünde, dein Vergehen versöhnt, mehr denn zuvor liebe ich den Zurückgekehrten!" — D wenn ihr dieß alles in des Redners Herz sehn und lesen könntet! Das wünsche ich, das müßte auf Alle *) Beim Schlußgebet am Versöhnungstage (in dem neuen Israelitischen Tempel zu Hamburg).