Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Über die Namen der Israeliten
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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■ ־״* 152 ten, weil sie mancherlei Mißdeutungen zulaßt, hinfort wegzulaffen und ^dafür den Ausdruck: Cvnn g e l i sch e Christen zu gebrauchen. Sollte daher nicht auch um Mißdeutungen, und wahrlich weit schlimmere und einflußreichere Mißdeutungen, zu vermeiden, die Benennung . Juden gänzlich aus Rede und Schrift verbannt werden? Wahrlich, ich möchte fast sagen, hier auf Erden kommt Alles auf Namen an. Der Name ist die große Ueberschrift, so zu sagen das Titelblatt eines Menschen. Wehe dem Unglücklichen, dessen Titelblatt dem Pöbel mißfällt! Der klug?.Buchbinder weiß das sehr gut, und druckt mit goldenen Lettern gefällige Titel auf die Rücken der fadesten Almenache; und die Menge hascht danach mit Begierde. Werke hingegen, worin die kostbarsten Schätze des Geistes anfgeschichtet sind, vermodern oft im Staube der Ladenfächer, wenn ihre Titel keinen Reiz für die Menge enthalten. Wir leben hisnieden im Lande der Zeichen und Namen. Unser Geist klebt fest daran, und wenn er sich zu irgend einer Höhe erheben will, so muß er sich an festen Zeichen und Namen, wie eine edle Rebe an der Ulme, dazu hinaufranken, und kann sich nie ganz von denselben loßwinden. Aber einst wird unser Geist selbstständig werden. Einst gelangen wir in ein Land, wo es keine Zeichen und keine Namen giebt; ein Land, wo man nicht, wie hienieden , fragen wird: Heißt du Israelit? heißt du Christ? heißt du Deutscher? Dort giebt es nur eine einzige Universal-Frage: Was hast du gethan? D. v. G. .