Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Auszug aus des Grafen Forbin Reise in die Levante
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 2)
- Language
- German
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— - -,Ich beklage den Reisenden, der diese erhadenen Trümmer nur von Zweifel und Spott geleitet, besucht; ich beneide hingegen den Glücklichen, der hier mit lebendig vertrauendem Glauben umherwandelt. Welches aber die Glaubensansichten sein mögen; nur aus gänzlicher Geistes-Dumpfheit kann man Jerusalem ohne Erstaunen und Ehrfurcht erblicken." Der Graf verzweifelt, nach Herrn v. Chateaubriant *), zu einer Beschreibung von Jerusalem fähig zu sein. Fol-- gendes Gemälde beweiset, daß er sich Unrecht thut: ״Den Tag nach meiner Ankunft versammelte sich die ganze jüdische Bevölkerung von Jerusalem in dem Thals Josaphat, um auf eine Erlaubniß, die sie vom Gouvermur gekauft hatte, das Fest der Gräber (?) zu feiern. Wie diese Gefangenen (?) in sinsterm Schweigen auf den Gräbern ihrer Väter umhersaßen, schien .es, als wäre die Gerichtsposaune erschallt, als drängten sich die vergangenen Geschlechter an die Ufer des Cedron, als fei das Wort der Freude und des Schreckens schon aus den Wolken herabgetönt." Das Judenquartier war das Erste, was unser Reisende sehen wollte. ״Neun- bis zehntausend Söhne von Jerusalems ehemaligen Herren bewohnen noch diese zerstörte Heimath. Kaum kann der enge, bergichte, mit Unrath bedeckte Raum, welcher die halbverfallenen Häuser des Ludenviertels trennt, eine Straße genannt werden. Auf einer baufälligen Treppe in einen Keller ge- *) M. f. die Sul. Zten Jahrg. Lies Heft, Seite 136.