Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Proben aus dem zunächst erscheinenden 2ten Bändchen der Parabeln von Dr. Günsburg
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 8)
- Language
- German
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14- - ~~ Sohn, vertraueGott,' hoff' mf ihn > fürchte nichts, denn er ist mit dir, er errettet dich aus jeder Noth, folge deinem Gebieter nach Aegypten, dort glänzen dir lichte Sterne, gehet dir auf Helles Sonnenglück - lächelt dir die Gattin einst sanft wie Mondenlicht. Also die Mutter. -U' ,Und'.Rahel,.'mrd das Kindlein, und die Garben, und Kornblumen verschwommen in Lichtglanz und zogen sich am Himmel in der Gestalt eines Regenbogens über eine große Königsstadt hin. : . , >. Und Joseph erwachte, Mond und Sterne erbleichten am abendlichen Himmel, und gen Morgen ward sichtbar der Sonne, goldener Saum. v Joseph stand auf getröstet und ermuthigt, faltete die Hände zum Gebet, dankte dem Gotte seiner Väter für die gehabte Erscheinung, nahm zum Angedenken eine Hand voll Erde vom Grabe der Mutter, küßte den Stein und kehrte zu den Kameelen zurück. Dort kam ihm sein Gebieter freundlich entgegen, und er war ganz umgewandelt und verändert und gütiger, als nie zuvor. Joseph sah schon darin einen Fingerzeig Gottes und die nahe Erfüllung dessen, was ihm die Mutter im Traum verheißen. Er kam nach Aegypten, bewahrte im Hause Potiphars Treue und Züchtigkeit, ward verkannt, gefangen genommen und wunderbar befreit. Und als er nachher als Retter Aegyptens mit Würde und Königsrang bekleidet, seinen Vater und Benjamin umarmte, die Brüder aber reuig und mit gesenktem Haupte vor sich stehen sah, da dünkt es ihm , in der Freude seines Herzens, als sähe er abermals die licht-.