Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 6 (1820-1824)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Proben aus dem zunächst erscheinenden 2ten Bändchen der Parabeln von Dr. Günsburg
- Date
- 1820-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 7)
- Language
- German
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?3 auf und saM mit i einem Schrei des Schmedes am,Grabe nieder , denn es war das Grabmal Rahels, seiner früh verblichenen, Mutter. Und er umfaßte den kalten Stein und benetzte ihn mit Thranen und rief: erwache o Muttes erwache! nur Einmal erwache und siehe das Elend deines Sohns, den seine Brüder ohne Erbarmen zum Sklaven verkauft, erwache und führe du mein Recht nus; sieh meinen traüernden Vater und Benjamin den bekümmerten Bruder» Bring den Sohn zum Vater zurück und richte auf die tiefgebeugten Deinen. Unter solchen und ähnlichen Klagen kam Mitternacht heran und der Freund der Leidenden, der alles erquickende Schlaf streute mild die Mohnkernlein über ihrtz also daß, er sanft entschlummerte. Und als er schlief, siehe, da erschien ihm im Traume die liebliche Mutter und hielt im Arme Benoni, das Schmerzenskindlein, und ein Lichtglanz umfloß ihr Antlitz; um sie herum aber standen eilf Garben voll güldener Aehren, und himmelblauer Kornblumen, die neigten, vom kosenden Winde bewegt, ihre Häupter zur Erde. Und die Mutter lächelte so hold wie Sonnenblick und sprach die süßen Worte: £) mein Sohn! meines Herzens Sohn, - du aller meiner Wünsche Sohn! ich habe deine Klagen vernommen, mit Wehmuth deine Thränen gesehen; lange schon kannte ich dein Leiden und mein mütterliches Herz litt mit dir. Deiner Führung wollte ich dies Kindlein hier anvertrauen, damit es nicht, der wilden Brüder Sitte annehme; doch es kam anders als ich dachte, und Wehe folgte auf Wehe. Allein, mein