Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Bemerkungen über Religionsunterricht
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 371 (sequence 2)
- Language
- German
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* 371 tmb ihren frivolen Sinn zu brechen. Dieser ist so sehr, ich möchte sagen, mit ihrem ganzen Wesen, ihrer ganzen Denk - und AnschauungSart verwachsen, daß an eine völlige Ausrottung desselben gar nicht zu denken ist. Hochstens kann man, wie bei einer unheilbaren Krankheit, Palliativmittel gebrauchen und da wenigstens Erleichterung und Linderung zu verschaffen suchen, wo der Tod einmal nicht zu entfernen ist. Aber wo man vielleicht Hoffnung zu einer allmahligen Radikalkur fassen könnte, das wäre allerdings bei dem jungen aufblühenden Menschengeschlechte, bei der reinen, noch unverdorbenen, jedem Eindrucke offenen Seele des Kindes. Wem es da gelingt, in das junge weiche Herz den Samen des göttlichen Sinnes nicht bloß äuszustreuen, sondern ihn auch zum Aufkeimen und Wachsen zu bringen, der würde mit Recht einer der größten Wohlthäter "brr Menschheit heißen und der Dank einer glücklichem Nachwelt würde seine Stirn mit unverwelklichern Lorbeeren umkränzen, als die, welche feile Schmeichelei dem blutigen Sieger weihet. Will aber ein Lehrer der Jugend auf den kindlichen Sinn seiner Zöglinge mit Nutzen wirken, will er den Keim jener Himmelsblume in einen Boden legen, wo er nicht sofort wieder durch das Unkraut des irdischen- Sinnes erstickt werden soll, so muß, .glaube ich, die Methode des Religionsunterrichts eine gänzliche Umwandlung erleiden. Seit mehrern Jahren bestand dieser Un- ׳ terricht in manchen Schulen.in trocknen Zergliederungen der Begriffe. Man suchte allein auf den Verstand zu wirken, man wollte ihn von der Wahrheit und Göttlichfeit der Religion, von der Verbindlichkeit ihrer Lehren