Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Äußerungen in der Kammer der Abgeordneten in Baiern, die Verhältnisse der dortigen Israeliten betreffend
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 5)
- Language
- German
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338 Kommission zusammen zu berufen zur Untersuchung der Hindernisse, die/der: Annäherung entgegenstehen. Zur Aufsicht auf die Hausierjuden schlage ich vor, von ihnen jährlich Atteste über ihre Moralität zu fordern. Baron v. Aretin tragt mit Wehr darauf an, die Hindernisse wegzuräumen , die den Juden, entgegen stehen, sich mit den Gewerben und dem Ackerbau zu beschäftigen. W a nkel: Halte man nur die Israelitische Jugend Nachdrücke lichst an zur Erlernung von Gewerben. Schulz trägt gleichfalls auf eine Versammlung an , zum Versuch der, Annäherung der Juden zu den Christen. ,Eine gänzliche Assimilirung, bemerkt er, ist jedoch .nicht zu wünschen.' Sie geben uns Christen jetzt noch manches gute Beispiel, besonders der Eintracht, des wechselseitigen Beistandes und der . Heilighaltung der Feiertage, was alles bei christlichen Kaufleuten häufig vermißt wird. Der Hausier- und Tauschhandel ist übrigens dem Landvolks sehr nachtheilig.. v. Schmidt (als Berichterstatter): Der Vorschlag der Zusammenberufung -einer Kommission zur Erwägung der Hindernisse gegen die Annäherung der Ju- ' den ist mit dem Gutachten des Ausschusses ganz vereinbar. v. Utzschneider (als Antragsteller): Die Juden als Staatsbürger können wir nicht beschränken. Aber die humane Verordnung vom Jahre igiZ giebt ihnen auch Gelegenheit sich den übrigen Staatsbürgern anzuschließen; und an ihnen liegt es, wenn sie es nicht thun. In München sind schon mehrere jüdische Lehrlinge bei Gewerben; viele gehen in die öffentlichen Schulen. Wozu noch eine neue Versammlung? Der Weg der Annäherung ist schon angezeigt.' Die Juden sind schon Staatsbürger.