Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Doktor Elias Henschel, practisirender Arzt und öffentlicher Geburtshelfer in Breslau, auch Ehren-Mitglied der mineralogischen Societät in Jena
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 4)
- Language
- German
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der Pflicht u&frtau&t, und diese rief ihm laut und drin: gcnd zu, daß er auf dem Weg des Verderbens wand!?, und daß cs die höchste Zeit sei den Fuß zurückzuzichn. Er ermannte sich und that den so nothwcndigcn, aber auch so unendlich .säuern Schritt, sich seinem Herrn zu emdcckcn und ihn um Verzeihung zu bitten. Er erhielt sie, ersetzte in der Folge jeden fehlenden Heller dieser an . sich so unbedeutenden Summe, brach seine vorigen Verbindungen ab und verrichtete wieder seine Dienste. Aber wie schwer wird cs doch dem Menschen, ganz zu verzeihen; wie schwer, an eine ernstliche Sinnesänderung und Besserung zu glauben: Henfchcl merkte gar bald, daß das . vorhin aus ihn gesetzte Vertrauen dahin sei; daß man seinen Versicherungen keinen vollen Glauben beimesse; daß er von nun an bei seinen mcrkantilischen Geschäften in der Stille beobachtet, belauscht werde. Das that seinem Herzen unendlich weh; er vermochte cs weder zu ertragen, noch wußte er cs abzuandern; er verließ also diese Station, und kehrte zu seinem Vater zurück. Dieser, nachdem er alles vorgefallene vernommen, ließ eS zwar gut sein, aber er konnte ihn nicht anders, als höchst kümmerlich ernähren. Gern ertrug der Sohn dieß, um sich nur in die tiefste Einsamkeit, fern von der ganzen übrigen Welt, zurückzichcn und vergraben zu können. Seine einzige Beschäftigung war nun, aus der Leihbibliothek zu lesen und immer zu lesen! Dadurch entflammte er in sich den heißen Wunsch, sich den Studien zu widmen, zu dessen Befriedigung er auch nicht die kleinste Aussicht erblickte;, und doch hatte ihm der letzte Vorfall das Handelswefen auf immer verleidet.