Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Doktor Elias Henschel, practisirender Arzt und öffentlicher Geburtshelfer in Breslau, auch Ehren-Mitglied der mineralogischen Societät in Jena
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 248 (sequence 2)
- Language
- German
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... 48־ Kn: und doch wird aus tiefem verworren scheinenden Gewebe nach und nach ein harmonisches Ganze. —> Henfchel wurde, im Jahre 1758 in Breslau geboren; sein Bai er, ein armer Mann, gab ihm chic damals gewohnliche jüdische Erziehung, das heißt: er ließ ihn durch polnische Hauslehrer im Talmud unterrichten. Einer dieser Lehrer verstand etwas deutsch, und erwies ihm die Wrhlthat, über das Hebräische das deutsche A B E zu setzen. Der wißbegierige Knabe machte sogleich davon Gebrauch; und da ihm die verdeutschte Italienische Grammatir von Vcncroni in die Hände siel, so schrieb er die am Ende derselben befindlichen Briefe mit hebräischen Lettern nach. Noch glücklicher war er, Wolfs deutsche AnfangSgründe der Mathematik habhaft zu werden, an denen er außerordentliches Behagen fand; dicß bewog den Vater, ihm im Dcutschschreibcn förmlich Unterricht rrthcilen zu lassen. Inzwischen war er schon 13 Jahre geworden, welches nach jüdischer Sille die Epoche ist, wo Kinder armer Eltern bereits selbst auf ihren Broderwerb bedacht sein müssen; jene kaum angefangene Studien des Geistes mußten also der Sorge für dm Leib weichen. Henfchel hatte einen ältcrn Bruder, der bei dem Kleiderhändler L. F. als Diener conditi'onirte: dieser nahm ihn zu sich, um ihn allmählich im Handel so weit zu bringen, daß er seine Stelle bekleiden könnte, welches auch geschah. Jetzt überließ er sich von neuem, jedoch ganz verstohlen, dem Triebe zu den Studien; er kaS deutsche Dichter, Haller, Uz, Hagedorn, Äeßner u.s.m. er nahm den Wolf wieder vor, kostete sucht schon ein wenig Philosophie, ßiig an Französisch zu lernen u. s. w.