Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der fromme Asaria
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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i Als sie durch einen schmalen Fluß schreiten wollten, da zog Lsaria seine Schuhe an, wahrend die Männer selbige auSzogen, und sie konnten sich nickt enthalten, über diese Verkehrtheit zu lachen in ihrem Herzen. Heimkommcnd wars sich Asaria in einen Winkel sei: ncs Gemaches nieder zur Anbetung, und Hanna, seine Frau, im entgegengesetzten; ruhig und geräuschlos war ihr Gebet. Ihre Gedanken hatten sich alles Jrrdischen entfesselt, und voll Verklärung war ihr Blick gen Himrncl gerichtet. Nur Wesen höherer Art vermögen so zu beten. Und welch' ein heiliges Flehen muß dieß nickst gewesen sein, wenn es vermochte den sonst unabandcrsichen Rathschluß des Allgewaltigen zu andern, und den Willen des Verhängnisses zu beugen; denn plötzlich er- ,wachte der seit Monaten -auf seiner Lagerstätte ruhig /schlummernde Wind aus seinem Schlafe, und begann (zuvörderst von der Seite, wo Hanna, frommen Sinnes slehctc), heulend aus seinen Dünsten ein Gewebe zu spinnen, dicht undurchsichtig, um dem Auge des Stcrblichcn die wundervollen Fenster der Dbcrwclt zu ver-, hehlen, welche sich austhatsn, um ihren Wasservorrath auszuschüttcn, breitete es sich allmahlig aus, daß cs die ganze Decke des Himmels verdunkelte. Der schwere Donncrwagcn fuhr dahin rollend und krachend auf der Decke, und warf zischcnd kreuzflammige Blitze um sich her. Die ganze Nacht hindurch hatte das Gewitter gedauert. Der Regen hatte allmahlig ausgchört, der Donver war verstummt, die Blitze waren erloschen. Die Morgenröthe breitete nun hold und wonnig ihre Fittigc aus am Saume des Himmels, und unvermerkt schlich j| $ Ijfj 's 1