Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Sendschreiben der Direktion des neuen Tempel-Vereins in Hamburg, an die Mitglieder desselben
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 5)
- Language
- German
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198 solchen Verfahrens gehörig erwogen haben, wodurch sic sich mehr als Feinde, denn als Freunde des Vereins zeigten. — WaS spricht den religiösen Sinn wohl kräftiger an, was ist wohl mehr ihn zu fördern und zu steigern r'm Stande, als diejenigen religiösen Handlungen, welche die wichtigsten Epochen unsers Lebens bezeichnen? Die Aufnahme der Ncugeborncn in den Bund der Väter; die öffentliche Anerkennung und Bestätigung seiner Grundsätze bei dem Eintritte in das reifere Alter; die ehelichen Verbindungen und die übrigen Gelegenheiten, bei denen auf eine freudige oder traurige Weise unsere Lebens-Ab-- schnitte bezeichnet werden: was ist, trennt man diese Akte von dem eigentlichen Gottesdienste, dieser anders, als eine, wenn auch noch so edle, kurze Unterhaltung, ohne weitere Bedeutung und Wirksamkeit für das übrige Leben? Wollte die Direktion ruhig zugeben, daß diese Gelegenheilen, den Saamen des Guten heilbringend zu streuen, ungenutzt vorübcrgehcn, oder wohl gar nur dazu dienen, die Einrichtungen dcS neuen Tempels, als profan darzustellen: so würde sie, wenn gleich indirekt, doch nicht minder sträflich, diese Anstalt so herabwürdigen,'wie es die noch zahlreichen Feinde derselben, Lheils aus Fanatism,. Heils aus irreligiösem Jndifferentism - gerne -wünsche-n^- - Es gereicht allerdings vielen Mitgliedern noch einigermaßen zur Entschuldigung, daß über das Riruale solcher religiösen. Handlungen überhaupt noch keine besondere Mittheilung an die geehrten Mitglieder des neuen Tempelvereins ergangen ist, obgleich das Wesentliche desselben bereits in der Gründungs-Akte ausdrücklich benannt ist und zum Theil schon aus dem Geiste des Vereins deut-