Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Prophet Jeremias, Josephus Flavius und Rabbi Isaak Abarbanel
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304637-2304639-2308414--05478-2308746- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
J<s° 'י ״(!bcn, als das, nicht in der'herrschenden Kirche geboren worden zu sein. Rabbi Isaak Abarbancl lebte beim Ausbruche dieses schreckcnvollcn Ereignisses eben am spairischen Hofe. Er war in Portugal aus einer der cbelsien und reichsten jüdischen Familien daselbst geboren, und hatte in seiner Jugend die sorgfältigste Erziehung genesftn. Eingewciht in allen Zweigen der Gelehrsamkeit, war er zugleich einer der geschicktesten politischen Agenten sei: nc-s Jahrhunderts, und hatte in früherer Zeit durch seine Talente am portugiesischen Hofe geglanzt, bis ihn der Neid und die Mißgunst der portugiesischen Großen von dort vertrieben. Nach seiner Verbannung aus Portugal nahm ihn der spanische König Ferdinand der zweite an seinem Hofe auf, und vertraute ihm daselbst eine der bcdcutcndsien Stellen. Abarbancl war eben ruhig fortfahrend in seiner glanzenden Laufbahn, als ihn das Edikt Ferdinands, in Betreff der Juden, wie ein Donnerschlag traf. Er wendete nunmehr alle crsinnlichen. Mittel an, um dieses Unglück von seiner Nation abzuwcndcn; er suchte di: Großen des Staats für das Interesse seines unglücklichen Volks zu gewinnen, warf sich selbst zu den Füßen des Königs, benetzte sie mit Thrancn, und bot ihm unermeßliche Summenfür die Widerrufung des unmenschlichen Edikts; aber Alles blieb vergebens. Was nun aus Abarbancl geworden wäre, wenn er, auch ohne in der Lhat die Religion seiner Väter zu verlassen, wie so manche,andere, nur zum Scheine das Christenthum angenommen hatte, was für Glanz und Größe ihn dann am spanischen Hofe erwartet hätten, das läßt sich leicht crtathen. Aber er konnte nie glücklich beim Unglücke sei-