Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Prophet Jeremias, Josephus Flavius und Rabbi Isaak Abarbanel
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 5)
- Language
- German
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j72 noch übcrdicß der Antrag gemacht, hin nach Babel in die Rcfldcuz des Königs der Könige zu ziehen, und ihm daselbst die Gunst des ersten Großen im Staate versichert. Doch — wie benimmt sich Jeremias in diesem Augenblicke? — nicht die üppige Weltstadt lockt ihn an, nicht die Gewogenheit ihres ersten Fürsten; sondern er zieht zurück unter die rauchenden Trümmer seines Unglücklichcn Vaterlands, um dem daselbst zurückgebliebenen Reste seines Volks doch noch in Zukunst nützlich werden zu können. Der Sohn Ahikams ist nämlich vom babykonischen Könige als Landpflegcr in Judäa eingesetzt; ein Haust armer aber thätiger Landleute theilte unter sich die verlassenen Aecker und Weinberg:, sie erndten bald den seegenreichsten Lohn ihres Fleißes, und das geliebte Vaterland scheint nun nach und nach wieder aufzuleben. Daß dieses alles unter dem Einflüsse des I e r e m i a s geschehen ist., welcher den Landpflcger — der wahrschcinlich schon vorher sein Freund gewesen war") — mit seiner Weisheit leitete, leuchtet aus dem ganzen Gange der Erzählung jener Begebenheiten hervor. Doch die Rival!'- lat der ehemaligen jüdischen Großen kostet dem eingesetzten Landpfleger bald das Leben; er wird binnen kurzer Zeit ermordet, und das schön begonnene Werk zerfällt «un plötzlich wieder. Zwar läßt Jeremias, von jeher an große Katastrophen gewöhnt, den Muth nicht .sinken; « bietet vielmehr seine ganze Beredsamkeit auf, um die Erschrockenen zu beruhigen, und verspricht seine ganze Tunst beim babylonischen; Monarchen zu verwenden, um *) Man vergleiche Jereiii.; 2. «6. -