Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neue Erziehungs- und Lehranstalt für die Israelitische Jugend in Mannheim
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 7)
- Language
- German
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deutschen Vaterlandes leider, selbst jetzt noch herrschende Äfterschulbildung! — Mögen auch reiche Eltern ' zuweilen durch eine bessere häusliche Erziehung jener schlechtern entgegenwirken: so ist es für die mittlere und ärmere Klasse desto trauriger, daß ihre Kinder in det öffentlichen (?) verpfuscht werden! — Die Erziehung weiblicher Zugend wird noch weniger berücksichtiget: als Ware dieses ohne moralisch-religiöse Grundsätze und zweckmäßige Geistesbildung aufwachsende' Geschlecht nicht am leichtesten vom Pfade der Religion, Äugend Und Häuslichkeit abzulenken! Aber auch in dieser Beziehung sind die , durch mancherlei Anlässe aus tausendjährigem Schlummer in neuerer Zeit geweckten Israeliten, mit der Zeit fortgeschritten. Und im Norden ging ihnen zuerst die Morgenröthe der bessern Kultur , auf. Welche Bewunderung erregen nicht die Israelitischen Lehranstalten zu Kopenhagen , Dessau, Berlin , Breslau- Seesen und Prag! — Frankfurt ist des südlichen Deutschlands einzige Stadt leider, wo allerdings ein treffliches Streben in der ZsraeliteN Erziehung rege ist. Bon falscher Dekonomie geleitet lassen anderwärts Biele ihre Kinderentweder nach des alten Schlendrians Formeln erziehen, oder gar wi'ld' Moäo bruinri»» aufwachsen; was denn Natürlich keine'gute Frucht treiben kann': lieglectis urenda filix iririäscitur agris. — Biele Andere sind in paradoxem Wahne: der Religion würden Schlingen in solchen Anstalten gelegt!— Diesen könnte man negativ antworten : ist' penn an den Arten, wo' nach dem alten Schlendrian unterrichtet wirddie-Jugend von der Religiosität so ganz und gar durchdrungen? gewährt sie