Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Neue Erziehungs- und Lehranstalt für die Israelitische Jugend in Mannheim
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 2)
- Language
- German
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In dem Schristchen der Unternehmer: ^Einige Worte' über die' Erziehung der Israelitischen^ Jugend, nebst. Skizze der errichteten Schule," heißt es wie folgt: f' "fc „Wenn, wie vom Zeitgeiste und Europas hoher Kultur und Aufklärung zu erwarten stehet, und aus dem schon Muster aufstellt. Zwar ist hierin in einigen Staaten schon etwas gethan worden; allein im Allgemeinen ist für die Erziehung der Israeliten von Staatswegen noch wenig geschehen, sondern, weil man an ihre religiösen Grundsätze nicht tasten wollte, ließ man dm moralischen und geselligen Theil ihrer Bildung in den nämlichen Händen, die >den religiösen zu besorgen hatten. Wer weiß aber-nicht, wie --vielen,/..-und großen, und bleiben? den Einfluß Materie und Form des ersten Unterrichts auf die nachherige Denk - ' und' HandluugSweift des Menschen haben', und wie nur durch güte Erziehung, und Bildung gute , verständige , rechtliche und gesellige Menschen und Bürger gebildet werden. Daß die Israelitische Nation bis jetzt hinter andern - gebildeten Nationen zurückstehenmußte, hat einzig und allein seinen Grund darin, daß Bildung und Erziehung derselben vernachlässiget < ward , und nirgends - weder Schulverfassungen , noch Schulkommissionen für sie errichtet waren. Sich selbst überlassen, nahm jede Israelitische Gemeinde, oder jeder-Fannlienvatcr einen Menschen als Lehrer seiner Kinder an, so wie der Zufall aus Polen, Böhmen, Deutschland, oder sonst woher ihnen denselben zuführte.' . War er nur mit einigen rabbinischen Floskeln ausstafsict, und wußte er sich nur bei dem Rabbiner des Orts auf irgend eine Art in Gunst zu setzen, so war der große Haufe , der ohnehin so gern bei seinen alten Gewöhn* heiten und Dorurtheilen hält, ,gleich geneigt, einem solchen Menschen die Erziehung seiner Kinder anzuvertrauen, und fand dann alles gethan. Aber welche Begriffe selbst von Religion, vhn Verträglichkeit, von Sittlichkeit, und den wahrhaft-geselligen Fortschritten sind-hier zu erwarten, wenn der, der bilden und erziehen soll, selbst nicht gebildet, und für das bürgerliche Leben nicht erzogen ist,