Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bilder und Gleichnisse
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 3)
- Language
- German
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84 und den Immortellen, mehrere-Aehnlichkeiten; doch wollte dieß ihnen noch nicht genügen, und am Ende kamen sie überein züm Bilde des Weisen und der Weisheit das -—Moos zu erwählen. ■ Sie gaben sich selbst über ihre Wahl genaue Rechenschaft in folgenden Vergleichungen: \ So wie der Winter nimmer bleichet des Mooses ewiges Grün, — also wirkt auch des Lebens Winter, das Älter, nicht nachtheilig auf den weisen Forscher der Wahrheit: Bis an's Grab begleitet ihn die himmlische Weisheit, die gleich einer Mutter wartet und pflegt den geliebten Sohn. So wie das Moos von des Domes stolzragender Kuppel, ernstvoll und bescheiden hinabblicket — also der Weisheit ächter Sohn: auch wenn der Zufall hoch ihn stellt, und saß' er auch auf einem Thron, er würde voll Ernst und Demuth auch von des Glückes erhabenem Gipfel auf,seine Brüder blicken, wie die hochgestandenen Weisen Marc-Aurel, der Sohn Romas und F r i e d r ich — G e r m a n i e n s Sohn. So wie das Moos freundlich noch grünet auf dem Steine der Gruft; also lächelt dich nahe am Grabe der Weise noch an, im Gewände der Hoffnung. So lächelte Sokrates der Grieche, so Mendelssohn der Israelit. So wie das Moos selbst auf kahlem Felsen bald Aufenthalt und Nahrung findet und leicht befriedigt wird: also begnügt sich auch der wahrhafte Weise mit Wenigem; erachtet gering die Güter der Erde, bedarf nur