Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Bildnisse
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 1)
- Language
- German
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, II. Die B i l b n i s s e. Ei n e Abend p h a n tu s i Tchon starb der Tagesfackel letzter Schimmer. Die Sonne sank, und nächtlich Dunkel siegt. Ein blasser Mondstrahl fällt r'n's öde Zimmer, Der meinen Geist in düst're Kräume wiegt. — - Was starret ihr mich an, verehrte Tobten!' So furchtbar ernst, mit leben vollem'Blick? Habt ihr der Gruft, sich aufzuthun, geboten, Und'kehret nun in's Erdenthal zurück? Wie deut ich mir dieß namenlose Sehnen, Das meine Brust, bei euerm Anblick, preßt? , Woher der bitt're Strom von Wehmuthsthrä'nen, Der meine Wang', in eurer Nahe, näßt? — Ein hefc'ger Schauer läuft mir durch die Glieder/ Kalt wird in allen Adern mir das Blut! ׳ Welch sinst're Höllenmacht drückt mich darnieder, Und raubt mir aus dem Herzen allen Muth? Der Leib erschlafft und meine Sinne schwinden, Von einem unglücksel'gen Wahnberückt! — Gott! Wie entrinn' ich diesen Irrgewinden, In die ein böser Dämon mich verstrickt?