Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Worte eines Veteranen im Lehramte, an seine jüngern Amtsbrüder
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 2)
- Language
- German
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M *im9' MM W, 4 :: 4 :■) der muß es eingestehen, daß Zufall, Ungefähr, Glück,׳ Schicksal, und ähnliche Ausdrücke mehr, welche dev Stolz der Menschen erfunden hat, um. seine-Schwckche und Abhängigkeit zu vermänteln, und um nur eine, nach Zweck und Bestimmung leitende Macht über sich.nicht anerkennen zu müssen, nichts als ausdruckslose Töne, nichts als Worte ohne. Sinn sind. . Nein!-so wenig Brod in Stern, so wenig Wasser in Wein durch Zufall verwandelt werden, so wenig das Ungefahr den Atlas aus seiner Stelle bringen, den Ocean versiegen kann, so wenig fällt ein Sperling vom Dache, ein Haar von unserm Haupte durch ein blindes Werhangniß, eben sos wenig geschiehst etwas durch dgch absichtslose Fatum. Alles, das Große wie das Kleine, das Ganze wie die Theile, ist wohlberechneter Zweck, alles hat seine vorausbedachte Bestimmung eines eck mächtigen Regierers des Alls, alles geschehet bloß durch seine allweise Leitung, so entfernt auch die Ursache von der Wirkung liegen mag, und so wenig auch der kurzsichtige Menschenverstand davon einzusehen oder auch nur zu ahnen im Stande ist. Hat nun, wie jedermann eingestehen muß, dem Stolz, Eigendünkel, Selbstsucht oder gar Verzweifelüng den wahren Gesichtspunkt nicht verrückt haben, hat, sage 'ich, diese Prämisse ihre Richtigkeit, so ist der Schluß evident, daß, liehen Amtsbrüder! auch u n s e r Beruf, den wir uns, es sei aus der uns scheinenden freien Wahl bestimmt, oder wozu nach unserer Meinung, uns Umstande veranlaßt haben, keineswegs ein Werk des leeren Schalls vom nichtssagenden Zufall ist. Es ist vielmehr ein beabsichteter Zweck dessen, in wessen Hand der Zügel und die Leitung der