Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Gedanken über den Zufall
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Gesetze liegt, und erst selbst eine neue Reihe von Ereignisten anfängt , ohne die Folge von frühem zu sein. Ob es wohl im Laufe der Dinge einen solchen Zufall geben kann? Mir däucht, der, ganze Begriff ist nur aus unserer Blödfichtigkeit entstanden. Wir vermögen auf unserm Standpunkte die feinen Fäden nicht wahrzunehmen, welche alles verbinden, und so schließen wir denn, wie in so vielen andern Fällen , wo wir dem Scheine folgen, daß es gar keine ,gebe. Wir beschönigen damit unfern Man-- gel an Einsicht , und gewinnen für unsere Trägheit einen bequemen Stützpunkt, denn sobald dieses Wort ausgesprochcn ist, ist auch augenblicklich alles weitere Nachdem ken aufgehoben und jede Untersuchung über die Kausal- Verbindung des Vorfalles abgebrochen. Es ist Alexanders Schwert, das den Knoten zerhauet, aber nicht löset, und den Helden doch in dem Wahne läßt, er habe den hohen Götterspruch erfüllt. Es ist zugleich ein Wort, das unfern wenigen Sinn für,das Göttliche und Geistige beurkundet, denn es zeigt, wie sehr wir an dem gemei-, men. Irdischen hängen und uns schlechterdings nichts vorzustellen vermögen, als was recht grob materiell in das Anschauungsgebiet unseres Organismus eingreift. Ich frage noch einmal: kann es eincn Zufall geben? Unsere philosophischen Lehrbücher, auf ewige Wahrheiten der Vernunft gestützt, erklären uns, daß Alles in der Welt nach weisen Gesetzen von, der Gottheit regiert werde. Ein weiser Ausspruch belehrt uns, daß ,selbst alle Haare aus unserm Haupte gezählt sind, daß keines ohne den Willen des himmlischen Vaters herabfallen. könne; aber das Alles vermag unser Nachdenken nicht zu erwecken, noch