Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- An den Herausgeber der Zeitschrift Sulamith
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2304627-2304637-2304638-2307727--05066-2308171- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Radom 1× ep/1000823
OCR text
׳ ßgi.• die wir auf unferm Marsche in den Hausern Israelitischer Glaubensgenossen fanden. Von dem wahrhaft würdigen Ober-Rabbiner tn Pzisc uch a an, der mit patriarchalischem Sinn unS aufnahm, und liebreich für Kranke und Verwundete Sorge trug, bis zum ärmern Pachtinhaber gallizischer -Wirthshöfe, trafen wir Männer, unter deren Talar ein menschenfreundliches, edles Herz schlug. Petri kau, Rava, Radom, Radomskoi Czencochov und Krakau, und so manche andere Orte, deren Namen mir entfallen, ließen mich Israelitische Familien kennen lernen, deren ich mich ewig dankbar erinnern werde. Waren die Landsitze und Pallaste der Kavaliere mit fremden Gästen überlegt, oder^ der Hertzsselbst dem Bannerihres Vaterlands gefolgt, herrschte in den Stuben des armen leibeignen Vandmanns ein Unflath, der selbst in der Strenge des Winters jeden Biwacht diesen Quartieren vorziehen ließ, so fanden wir in den Judenhausern, so viel es die Lande ssitte^v erstattete, Reinlichkeit und Nüchternheit, und dankbar spreche ich es noch ־ einmal aus, gute, mitleidige Herzen. Der gallizische Leibeigne, durch die Beschwerden seines Standes abgehärtet, dem Vaster des Krunks ergeben, fühlt nicht das fremde Leiden, glaubte in den durchziehenden Sol- Laten nur Feinde zu sehen, und wenn wir an ein Dorf kamen, so war das Geheul der Kinder gewöhnlich das Signal, daß alle schließbaren Höfe uns verschlossen, die unverschließbaren aber von Len Bauern sofort verlassen wurden. Nicht so in-den Krüzen, wo Juden waren. Was