Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Nekrolog
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304637-2304638-2307714--05029-2308155- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
27 , ׳״״״Z Mgesetzt, und gehofft, neu gestärkt von dort zurückzukehren. Aber anders hatte es das Schicksal gewollt. Wenig Wage vor der beschlossenen Abreise siel er, heftiger als je, nieder aufs Krankenlager — um in diesem Leben nie wieder aufzustehn! Seit dem Anfänge der Krankheit sich Feines nahen Endes wohl bewußt, hat ihn bis zum Momente des Hinscheidens die sanfte Ruhe des Gerechten nicht einen Augenblick verlassen. Tröstend und heruhi- Kend, so lang er der Sprache mächtig war, heiter und ruhig lächelnd, als er den Gebrauch derselben schon verform hatte , schien er unter den Leidenden um ihn her, einzig schmerzenssrei zu sein. Ost legte er — seiner letz? ten Stunde nahe — die Hände der ihn umgebenden Theuern freundlich in einander, und schien sie, durch Mlick und Geberde, zu fortdauernder Eintracht und Frenndschüft zu ermahnen. Besonders ließ er sich, schon den Tod auf seinen Lippen tragend, von seiner Gattin« beim letzten Kusse, den feierlichen Schwur erneuen, seinen Tod ruhig und gefaßt zu tragen. Nach Viesen und schweren Kämpfen entschlief er endlich am gestrigen Lage zu einem bessern Leben; und mit ihm ging die Freude seiner Familie, der Trost seiner Freunde, die Hoffnung unzähliger Unglücklichen zu Grabe. — ־ Es war ein herzzerreißender und doch tröstender Anblick, .der seiner Beerdigung. Eine unzählige Menge von Menschen, von den verschiedensten Ständen , Religionen und Religionsmeinungen, gingen mit zerrißnem Herzen und thränendem Auge neben der geliebten Leiche her — ach! so viele warm unter ihnen, die dem Entschlafenen 19 י', ’ L