Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Rede an der Wiege eines achttägigen Kindes
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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339 fischen Meisterwerken der ewig strahlenden Koriphare aller Zeiten, in den himmlischen Harmoniem, der Schöpfungen im Reich der Töne, in dm göttlichen Gebilden » die Hochbegabte mit Meisel und'Pinsel schufen — Plato und Raphael, Schiller und Mozart, — welche Genüsse . erwarten dich! — Glückliches Geschöpf! In einem Zeitalter, in einem Welttheile geboren, wo die eigenen Werdienste, nicht die der Ahnen gelten, aller Bürger Kräfte gemeinsam walten , .der Kastengeist verbannt ist, stehen alle Bahnen freien Wirkens dir offen. — Du kannst, wenn du Muth und — Wuchs hast, Soldat werden, und alle Zeitungen nennen deinen Namen, und aller Frauen Herzen klopfen dir Schöngeschmückten "entgegen, auf Scklachtgefilden blüht dir der Lorbeer wie an Toiletten die Myrthe. Nach deinem Kommandostab bewe- '■ gen sich willenlos Kohorten, und je blutiger deine Bahn, je sicherer dein Nachruhm. Verschmähst du diesen Ruhm und willst du die Menschen micht mit Blei und Pulver tödten, -so kannst du Arzt werden , und in Hieroglyphenschrift gebietest du über Leben und Tod, und aller Mädchen Pulse schlagen für dich. — Willst du nicht bloß den Leib, auch die Seele heilen, wird dem treuen Hirten es nicht an Schaafen fehlen, und weißt du dann dir Verhältnisse zu benutzen, winken Insul und Tiare dir. — Weihest du dich der blinden Göttin mit der Wage, ist zwar schlüpfrig dein Weg, doch Früchtebringend, Schwach die Schwachen richtend kannst du in Deutung der Gesetze oft deinen Scharfsinn üben, der Wittwen Schützer, der Waisen Vater sein, und erbebt vor deinem Sentenzendonner auch mancher arme Teufel, erbleichet manche schöne