Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Anzeige einer neuen französischen Schrift
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2304627-2304637-2304638-2307689--04912-2308077- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bild usid Abbildung von Menschen und Thieren untersagte; die römischen Soldaten, die -Jude« durchstreiften, mußten ihre Adler sorgfältig verhüllen, damit ihr Anblick keinen ■ Aufruhr errege. Sobald das Israelitische Volk den Willen des Kaisers vernahm, verließen alle Männer freiwillig die Städte und Felder, geleitet von einem allgemeinen Schmerze , und zogen mit ihren Frauen und Kindern nach Ptolemaide, wo Petronius seinen Sitz hatte. Als man diese Menge von fern erblickte, glaubte man das ganze Volk habe die Absicht die Römer anzu-' greifen. Diese Unglücklichen hatten aber keine andere Waffen als ihr Wehklagen und ihre Ehranen. Petro- Nius stellte ihnen vor, daß sie vergebens der Macht Roms und dem unerschütterlichen Willen des Kaisers widerstehen würden. So sind wir bereit, antworteten die' Juden, für Gott und unser Gesetz zu sterben. Wollet ihr denn, versetzte der Stadthalter, die Massen wider den Kaiser ergreifen? Nein, riefen sie, zweimal opfern wir täglich ' für den Kaiser und das römische Volk, wenn Casus aber seine Bildsäule in unserm Tempel aufstellen will , so -mag er erst die ganze Nation vertilgen lassen. Wir greifen keineswegs zu den Waffen, nnd werden uns bis auf den Letzten umbringen lassen. Bei dieseit Worten warfen sie sich mit dem Gesichte zur Erde, und schienen sich auf den Tod gefaßt zu machen; ihre Anzahl war so bedeutend, daß die Felder von ihnen be<, deckt wurden. Zwei ganze Tage blieben sie in dieser traurigen Stellung. Es war zur Zeit, in welcher die Felder'bestellt werden mußten, und der Stadthalter, überzeugt von ihrer Standhaftigkeit, ließ sie, nicht ohne Hoffnung,