Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Gewalt des Saitenspiels
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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I not h. Aber als sie sich näherten dem heiligen Gebau, in welchem Jünger und Lehrmeister sich übten in der göttlichen Kunst der Lieder, und als sie vernahmen, wie ein ganzes Chor pon Sängern, von den lieblichsten Instrumenten begleitet, des Ewigen Größe sangen, wie er mit jedem Morgen seine Güte erneuet, soweit die Wolken gehen, und wie seine Vatertreue und sein Vater- Herz selbst für die verirrten Kinder Quellen sind der Huld und Liebe — da kam der Geist des Herrn über die wilden Krieger und erfaßte ihr Gemüth gewaltiglich.' Sie standen da entzückt und emporgehoben: das Schwert entsank ihrer Hand, sie sahen sich einander an, und lenkten unwillkührlich ihre Schritte nach der Burg David, nach Sion zurück׳ Und des Liedes letzte Worte erklangen vor ihren Ohren: Zum Himmel trägt die Lieb' empor, Sie strahlet hoch im Geisterchor: Die Rache führt zur Hölle, Ist alles Unheils Quelle. Es bleicht des Lebens frischer Glanz, Es welkt.des Lebens Blüthenkranz, Ws^ Haß und Rache wohnen, Wo Böses wir mit Bösem lohnen. — ־־ Sie sangen, und singend kamen sie in der Heimath an, und stellten sich vor den König. Und der König erstaunte ob dieser Erscheinung, und die Hofleute fragten verwundert und spöttisch: Wie, Joab und Abner unter den Prophetensvhnen? Sie aber erwiederten und sprachen: Wir sind weder Propheten , noch Prophetensühne; aber der Geist des Herrn hat uns ergriffen , der