Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Rede, gehalten am 18. October 1816, in der Andachtsstunde der Israelitischen Bürger- und Realschule zu Frankfurt am Main
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 10)
- Language
- German
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121 dem allein der Sieg ausgeht, in der Demuth ihrer Könlglichen Seelen einträchtig ausriefen: ״Nicht uns, Allmächtiger, nein, Deinem Namen sei die Ehre!" Wer mochte ׳nun noch so verstockten Sinnes, sein, am heutigen Lage sich eitlem Höchmuth hinzugeben, sich zu blähen in eingebildeter selbstischer Größe, und dessen zu vergessen, von welchem allein aller Sieg ausgeht, und alles Heil. Nichtig, ja schädlich wäre sie, die Feier dieses Tages, wenn sieden Höchmuth nähren, wenn sie kleinlicher Eitelkeit zum Tumnielplatze dienen sollte Nein, meine geliebten -Kinder, ׳ nach oben gerichtet sei unser Blick; nicht der Mensch kann helfen, von Gott allein kam die Hülfe, Ihm allein laßt uns danken, Ihn allein laßt uns preisen, dann haben wir würdig begangen den heutigen Tag. So spricht auch der heilige Sänger (Pf. 127, ich ״Wo der Herr nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die daran bauen, wo der Herr nicht die Stadt behütet, so wachen die Wächter umsonst." - Diesen Sieg errang uns Eintracht, in Eintracht werde er gefeiert. Wie seit derLeip- -ziger Schlacht aus jedes Standes, jedes Glaubens Mitte, die Edelsten und Besten, durch gleiche Gefahr, und gleiche Vaterlandsliebe vereinigt, gemeinschaftlich kämpften gegen den gemeinschaftlichen Feind, und jeder Scheidewand vergaßen, die in den bösen Tagen sie getrennt; wie die Feier des heutigen Tages allen Deutschen gemein ist, und jeden Berg zum Tempel, und jedes Herz zum Mare Gottes weiht, so wird er am schönsten begangen , wenn jeder Deutsche sich ernstlich bemüht, aus seinem Herzen zu vertilgen den letzten Keim jeglichen Vorurtheils, das V. Iahrg. I. Band. 9