Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Rede, gehalten am 18. October 1816, in der Andachtsstunde der Israelitischen Bürger- und Realschule zu Frankfurt am Main
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304637-2304638-2307661--04793-2308005- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
116 lande beschieden, 'wie er es wunderbar 'errettete, aus der Hand seiner Feinde, .von der Leiden Uebermaß befreite; und einem glücklichem Dasein wievergab. / - Laßt uns daher mit innigem Danke gegen den höchssen Wohlthater zurückblicken auf das, was die Begeben-- heit des heutigen Tages hervorgebracht,, und mit Ernst uns fragen ,^wie wir am würdigsten dessen Feier begehen, O meine geliebten Kinder , möchte es uns vergönnt _ sein , euch so -manche Begebenheit zu verhüllen, Welche diesem Lage voranging, und mit blutigen .Zügen aufgezeichnet steht, im Buche der Zeiten, Doch eschedarf der Erinnerung vergangenen Uebels, um das gegenwärtige Gute desto freudiger. und reiner zu genießen. Ja, meine Theuern, nicht immer herrschte , sie über Deutschland, jene glückliche Eintracht, welche jetzt sein. Heil verkündigt; nicht immer erkannte der Deutsche den Bruder und Freund in jedem Mitbewohner dieses schönen Landes. Eifersucht und Mißtrauen hatten die Gemüther getrennt und entfremdet, und in Deutschlands weiten Fluren fließt kein Strom, den nicht deutsches Blut gefärbt, von deutschen Händen vergossen. Jahrhunderte hatten ssich gewälzt über den Bruderzwist, . und tiefer, und immer tiefer wurzelte Ler-Saame der Zwietracht, und bald ging kein Krieg mehr auf über Europa, wo nicht Deutsche brudermörderisch den Stahl getaucht in deutsche Herzen und gotteslästerlich Loblieder angestimmt hatten, wenn sie gesiegt über die, welche gleiches Herz, gleiche Zunge, und gleiches Vater-. land zu ihren Brüdern weihte. Zwei Jahrhunderte sind es schon, da, dreißig Jahre lang. ein: entsetzlicher Krieg