Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Erscheinung Gottes im Feuer
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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100 , Gottes, und die Flamme spricht am deutlichsten vom Schöpfer. Denn das Feuer ist die Quelle alles Lebens, die Wärme das Meer, aus dem alles Geschaffene aufgestiegen, und das Licht ist der Born, zu dem alles Dur- : stige sich hiMängt, und sich in ihm berauschet.— Won der Sonne strömet das Feuer, von dem Monde leuchtet es nieder, und von den Sternen blinkt es so lieblich; sie sind die Schrift Gottes, eingezsichnet auf die feste Tafel des Himmels, und wer sie vermag zu lesen, der verstehet auch den Himmel. — Auch die irdische Flamme ist so erfreulich dem Auge, an Gestalt und Farbe; denn immer eilt sie näch oben, will sich immer losreisten von der Erde., hebt ihre Atme wie verlangend und betend hinauf, und möchte sich mit dem wieder vereinen , von dem sie genommen, mit der himmlischen Gluth; und ist sie verloschen, so ist man wehmüthig und verlassen, wie nach dem Hinscheiden einer geliebten Seele. Und die Farbe ist röthlich, und golden und bläulich,-bringt Hoffnung und Freude, wie die Far- Len am Bogen des Bundes, und wie das sonnenverkündende Noch am Morgen. So ist das Feuer ein schönes Bild der Schöpferkraft Gottes, und ist von ihm gesandt, alle Körper mit-Liebe zu durchdringen. Aber die Kraft, die da schaffet, zerstöret ja auch, keines kayn bleiben unter der wechselnden Sonne; alles was ist muß wieder vergehen, muß sich selbst wieder aufreiben und verzehren. So ist der Willen des Ewigen! und so erscheint er auch wieder im Feuer. Die Flamme verzehrt die, die ihr das Leben geben , verzehret die, die ihr Nahrung bringen, ergreift gierig alles