Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Gedanken
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 1)
- Language
- German
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6 . ׳) G e d a n k e y. ׳ , (Aus dem Spanischen.) , Ehre war die Erstlingstochtei der Tugend. So Mahlt« sie das. Alterthum. So baute Rom den Tempel der Ehre,dem der Tugend neben an. Doch -führte erst dieser in den Tempel jener. — Gelauterte Tugend bedarf freilich dieser Delohnung nicht; sie ringt nach einer großem. Ä Den Genuß des Bewußtseins, kennt nur der Gerechte und Gute. Es ist ein Kleinod, das nur dem Besitzer lohnt, und das der freudenleereEntbehrer zu wenig zu beneiden weiß. — Gewissen ist Spiegel der Seele. Die- Höne und Häßliche Seele sieht in diesem Spiegel ihr Bild, wie das schöne und häßliche Weib'' ׳im -Anstalt 'י dM ihrige. Und er macht dort, wie hier gleichen Eindrücke Zieder wahrgenommene Reizentlockt der weiblichen Eitelkeit ein selbstgefälliges Lächeln, wie sie auf jede Runzel und jede Falte eine bittere Thräne fallen läßt. Aber sie mag doch , wenn sie will , den gehäßigen Wahrheitsprediger meiden; sie-mag doch den Spiegel fliehen , ohne daß er sich ihr aufdrängt, Der Frevler kanns nicht. Wenn, er den Spiegel nicht sucht, so sucht der Spiegel ihrh Sein zurückgewörfenes verzerrtes Bild ivandrlt'ihm Mmer.zur Seite. — Mag ein Flor, gewebt von Heuchelei und Betrug, der auf ihn hinschauenden Welt, seine Handlungen verbergen. Von diesem Zeugen belauscht, kann ihn die Unschuld nicht beruhigen, die der Ruf ihm anlügt, der hinfällige Ruf, des Zufalls Geschenk, der oft in einem unbewachten Augenblick dahin ist. Der Gerechte fürchtet nichts. Wenn sein innerer Zeuge seine Thak