Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 5 (1817-1820)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Simon Bondi
- Date
- 1817-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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cher der dafigen Hochschule mit ernstem Fleiße und vovzüglichem Talent Vorstand, und führte den jüngern Simon jenem Sitze emsiger Talmudsforschung zu, allwo er sich während einer beinah vierjährigen Studierzeit mit einem so reichen Vorrathe talmudischer Erudition ausrüstete, daß er auf eine ehrenvolle Rabbinerstelle füglich Anspruch machen konnte, allein der Talmud befiehltdas Gesetz um der Erkenntniß, und nicht um zeitlicher Güter ' willen zu erforschen , " und so widmete sich unser Simon, zu seinen Eltern nach Dresden zurückgekehrt , den Handelsgeschäften, ohne die liebgewonnenen Studien deshalb zu entsagen. Kurz nach seiner Rückkunft hielt er einige Mal mit vielem Beifall öffentliche Disputationen, wozu alle Kenner und.Freunde des Talmuds eingeladen wurden- Je mehr sein Geist spater an Gediegenheit zunahm, je größer wurde ihm das Bedürfmß, seine Kenntnisse zu erweitern , und unverdrossen holte er dasjenige nach, was in Folge einer beschränkten Bildungsweise früher verabsäumt wurde. Sein literarischer Fleiß war nicht mehr auf einige Disciplinen des talmudischen-Lehrwesens ausschließlich gerichtet; er befreundete sich mitallem Vorzüglichen, was die hebräische Literatur in verschiedenen Fächern ihren Freunden darbietet, und gewann das Studium der Philosophie täglich lieber, indem er beiden ausgezeichneten Denkern aller Zeiten und Völker prüfend einsprach. Auf die "Erforschung der heiligen Urkunden Mose, war seine geistige Thätigkeit vorzüglich gerichtet. Dieses Forschen bestand nicht in-einem müßigen Spiel der Phantaste und des Witzes, das armselige Luftgebilde zum Vor-